Eine erfolgreiche Zwischennutzung ihrer Gebäude hat die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH 2014 und 2016 realisieren können. Die Gebäude in der Kölner Innenstadt waren zentrale Orte der Biennale „new talents“. Wir sprachen mit Bruno Wenn, Sprecher der Geschäftsführung der DEG. 

 

Bruno Wenn DEG

zeitRAUM.koeln:  

Herr Wenn, wie kam es zu der Entscheidung, DEG-Gebäude für eine Zwischennutzung zur Verfügung zu stellen?

 

Bruno Wenn:  

Mit „new talents“ haben wir bereits vorher zusammengearbeitet und dabei gute Erfahrungen gemacht. Deshalb haben wir 2014 vor Beginn der Bauarbeiten in zwei Bestandsgebäuden in der Agrippastraße eine kulturelle Zwischennutzung durch den „new talents – temporary art tower (t.a.t)“ ermöglicht, um jungen Kulturschaffenden – bildenden Künstlern, Tänzern und Musikern – Platz für ihre künstlerischen Aktivitäten und Ausstellungen zu bieten. Auch die Designveranstaltung „Passagen 2014“ war zu Gast in den Räumen. Insgesamt besuchten während der kulturellen Zwischennutzung über 2.000 Kunstinteressierte die verschiedenen Veranstaltungen im t.a.t. Ein Erfolg, der uns sehr überrascht hat und der zeigt, wie wichtig unser Angebot für die Kulturszene war.

Bei den „new talents“ 2016 haben wir den Organisatoren Büroräume in unserem Gebäude gegenüber dem Literaturhaus Köln bereitgestellt und die Fassade des Gebäudes künstlerisch gestalten lassen: Als Kunstinstallation im öffentlichen Raum brachte die Künstlerin Mikroskopaufnahmen von Farbe auf den Außenseiten an. Das Gebäude an der Ecke Großer Griechenmarkt/ Neuköllner Straße ist damit künstlerisch und optisch aufgewertet worden.

 

zeitRAUM.koeln:  

Worin bestehen die positiven Effekte für die DEG als Eigentümer?

 

Bruno Wenn:  

Für die DEG bedeutet die Zwischennutzung eine Gelegenheit, ihr bürgerliches Engagement als Kölner Unternehmen zu zeigen. Wir möchten einen Beitrag für die Entwicklung des Agrippaviertels leisten, denn hier entsteht ein vielfältiges Kulturquartier und damit ein attraktiver Anziehungspunkt in Köln. Wir haben damit auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen unmittelbaren Zugang zur Kultur durch Führungen geboten, die sehr gut angenommen wurden.

 

zeitRAUM.koeln:  

Gibt es aus Ihrer Sicht Nachteile durch eine Zwischennutzung?

 

Bruno Wenn:  

Die Zusammenarbeit mit „new talents“ hat reibungslos funktioniert, Nachteile oder Probleme gab es nicht. Wir haben die Initiative sehr gerne unterstützt, schließlich braucht auch die „Off-Szene“ in Köln ihren Platz. Auch unsere Handwerker haben sich tatkräftig engagiert, bei Umbaumaßnahmen und der Einrichtung.

 

zeitRAUM.koeln:  

Planen Sie Zwischennutzungen künftig auch auf anderen Flächen bzw. in anderen Gebäuden?

 

Bruno Wenn:  

Wenn sich die Möglichkeit ergibt, sind wir sicher wieder gerne dabei.

 

zeitRAUM.koeln:  

Welche Empfehlungen können Sie Besitzern von Gewerbeimmobilien, die über Zwischennutzung nachdenken, geben?

 

Bruno Wenn:  

Solche kulturellen Zwischennutzungen sind eine große Chance. Es gibt viel Leerstand bei Bürogebäuden, und es gibt sehr viele Künstler, die dringend nach Proberäumen und Ateliers suchen. Daher sollten Unternehmen keine Scheu haben, sich auf dieses – überschaubare – Abenteuer einzulassen. Es lohnt sich: für die Kultur, die Bürger und für das Unternehmen.

 

zeitRAUM.koeln:   Vielen Dank für Ihre freundliche Auskunft!